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Betriebskosten je Kubikmeter: die Posten, die wirklich zählen

Ein belastbarer OPEX-Benchmark beginnt nicht mit einer Gesamtsumme, sondern mit einem sauberen Kostenmodell. Der Beitrag zeigt, wie Sie Energie, Chemikalien, Personal, Instandhaltung und Schlammentsorgung je Kubikmeter sauber zuordnen und Maßnahmen priorisieren.

2026-09-17 5 Min. Lesezeit
Betriebskosten je Kubikmeter: die Posten, die wirklich zählen

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OPEX-Benchmark im Überblick

Label
Value
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Benchmark-Basis
Kosten je Kubikmeter behandeltem Wasser mit klar definiertem Anlagenrand
Hauptkostenblöcke
Energie, Chemikalien, Instandhaltung, Personal, Schlammentsorgung, Verbrauchsmaterial
Am besten beeinflussbar
Polymerbedarf, Spülhäufigkeit, Trockensubstanz im Schlamm, Laufzeiten, Leerlaufverluste
Typischer Nutzen
Vergleich von Anlagenkonfigurationen und Identifikation der Kostentreiber
Wichtiger Hinweis
Schwankende Zulaufqualität kann eine einfache €/m³-Betrachtung verzerren

Ein sinnvoller OPEX-Benchmark beginnt nicht mit der Betriebskostenabrechnung, sondern mit der Systemgrenze. Zuerst muss eindeutig festgelegt werden, was unter „behandelt“ verstanden wird: Rohabwasser bis Ablauf, ausgleichsgepufferter Zulauf bis Einleitung oder nur ein einzelner Verfahrensschritt wie Tertiärfiltration, Entwässerung oder Flotation. Anschließend werden alle wiederkehrenden Kosten auf dieselbe Bezugsgröße bezogen, in der Regel auf den Kubikmeter über einen Monat oder ein Jahr.

Die bewährte Methode ist die Aufteilung in fünf Kostenblöcke. Energie umfasst Pumpen, Rührwerke, Gebläse, Antriebe und die Regelungstechnik. Chemikalien umfassen Fällmittel, Flockungsmittel, pH-Korrektur, Reinigungsmittel und gegebenenfalls Entschäumer. Instandhaltung umfasst Verschleißteile, Wartungsverträge, Schmierung, geplante Stillstände und Störungsbehebung. Personal umfasst Bedienung, Überwachung, Probenahme und Routine-Reinigung. Schlammentsorgung umfasst Transport, Deponie- oder thermische Behandlungskosten, Wassergehaltzuschläge und Handling.

Für den Benchmark wird folgende Grundformel verwendet:

OPEX je m³ = (Energie + Chemikalien + Instandhaltung + Personal + Schlammentsorgung + Verbrauchsmaterial) / behandeltes m³

Diese Formel ist einfach, aber die Aussagekraft hängt an den Allokationsregeln. Wenn beispielsweise eine Entwässerungspresse nur 6 Stunden pro Tag läuft, darf das Bereitschaftspersonal nicht pauschal auf den gesamten Anlagenstrom verteilt werden, sofern diese Arbeitszeit nicht tatsächlich der Gesamtanlage dient. Ebenso gehört Polymer für die Schlammbedingung in den Entwässerungsschritt und nicht in die vorgelagerte Behandlung.

Der nächste Schritt ist die Trennung in steuerbare und feste Kostentreiber. Steuerbar sind Größen, die auf Betriebsentscheidungen reagieren: Polymerdosierung, Chemikaliensollwert, Spülwasserverbrauch, Laufzeitstrategie, Feststoffbelastung, Kuchen-Trockensubstanz und vorbeugende Wartung. Fixe oder halbfixe Kosten sind Abschreibungen, Mindestbesetzung, Verfügbarkeitsentgelte aus Verträgen und bestimmte Prüfkosten. Ein Benchmark wird erst dann handlungsfähig, wenn das Management erkennt, welcher Teil innerhalb eines Budgetzyklus verbessert werden kann und welcher Teil ein Investitionsprojekt oder eine Vertragsanpassung erfordert.

Ein praktikables Priorisierungsverfahren ist die Bewertung jeder Kostenposition nach drei Kriterien: absoluter Betrag, Empfindlichkeit gegenüber Betriebsänderungen und Umsetzungsaufwand. Ein hoher Kostenblock mit guter Beeinflussbarkeit und geringem Aufwand sollte zuerst angegangen werden. In vielen Anlagen liegen die schnellsten Hebel in der Polymeraufbereitung, der Entwässerungsleistung und der Disziplin bei der Filterspülung.

Für Tertiärfiltration liegt ein realistischer OPEX-Bereich häufig bei etwa 0,03 bis 0,20 EUR je m³ behandeltem Wasser, abhängig von Feststofffracht, Tuch- oder Medienart, Spülbedarf und Energieeinsatz. Tuchbasierte Tertiärfiltration liegt bei stabilen Zuläufen und effizientem Feststoffrückhalt oft im unteren bis mittleren Bereich. Maßgebliche Kostentreiber sind Druckverlust, Feststoffbelastung, Reinigungsfrequenz und Stillstandszeiten durch Verschmutzung.

Bei der Entwässerung ist der Benchmark deutlich stärker von den Schlamm-Eigenschaften abhängig. Für die Planung ist ein Bereich von etwa 2 bis 12 EUR je Tonne Trockensubstanz oder grob 0,10 bis 0,80 EUR je m³ Zulaufschlamm je nach Feststoffgehalt plausibel. Entscheidend ist hier nicht nur die Maschine selbst, sondern die erreichte Kuchen-Trockensubstanz. Jeder zusätzliche Prozentpunkt im Feststoffgehalt kann die Entsorgungskosten spürbar senken. Eine Schneckenpresse kann den Personalbedarf und den Energieverbrauch gegenüber komplexeren mechanischen Systemen reduzieren, verliert diesen Vorteil aber sofort, wenn Polymerauswahl oder Zulaufstabilität nicht stimmen.

Für Flotationsstufen, insbesondere bei Öl, Fett oder leichten Schwebstoffen, liegt ein orientierender Betriebsbereich oft bei 0,08 bis 0,40 EUR je m³ behandelt. Energie für Rückführung und Druckentspannung, chemische Konditionierung und Abschöpfen sind relevant, der größte Schwankungsfaktor ist jedoch meist die Chemikalieneffizienz. Eine Polymeraufbereitung, die eine konstante Verdünnung und eine ausgereifte Lösung liefert, kann Überdosierungen reduzieren, die Flockenstruktur verbessern und damit sowohl die Betriebskosten als auch das nachgelagerte Schlammvolumen senken.

Ein guter Benchmark unterscheidet außerdem zwischen Grundlast- und Teillastbetrieb. Bei stark schwankenden Durchsätzen sollten OPEX-Werte für niedrige, mittlere und hohe Auslastung angegeben werden. So wird sichtbar, ob die Stückkosten wegen schlechter Teillastfähigkeit, unnötigem Leerlaufverbrauch oder Personal steigen, das nicht proportional mit dem Volumen skaliert. Entscheidungen werden einfacher, wenn der Benchmark zeigt, welche Kosten mit dem Durchsatz sinken und welche nicht.

In der Praxis ist der beste Verbesserungsweg häufig nicht der größte technische Umbau, sondern die Annäherung an den Auslegungspunkt. Stabile Zulaufbedingungen, korrekte Polymerkonditionierung, saubere Filtrationsflächen und sinnvolle Wartungsintervalle schlagen Notfallmaßnahmen und wiederholte Chemikalienüberdosierung meist deutlich.

Kostenblock Typischer Anteil am OPEX Haupttreiber Steuerbar?

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Energie 10–25% Laufzeit, Druckverlust, Pumpenlast Teilweise

Chemikalien 15–40% Dosierung, Mischqualität, Zulaufschwankung Ja

Instandhaltung 10–20% Verschleiß, Verschmutzung, Wartungsstrategie Teilweise

Personal 15–35% Besetzungsmodell, Automatisierung, Reinigungszeit Teilweise

Schlammentsorgung 20–50% Kuchen-Trockensubstanz, Rückhalt, Entsorgungsweg Ja

Eine einzelne €/m³-Kennzahl kann irreführend sein, wenn sich die Zulauffracht stark ändert. Eine Anlage mit dünnem Zulauf und eine mit konzentriertem Zulauf können ähnliche Stückkosten zeigen und dennoch bei absolutem Aufwand, Schlammmenge und Prozessstabilität sehr unterschiedlich sein.

So bauen Sie den Benchmark belastbar auf

  1. 11. Legen Sie Systemgrenze und Bezugsgröße fest: Zulauf, gereinigtes Wasser oder Teilprozess.
  2. 22. Erfassen Sie mindestens 3 bis 12 Monate Daten, um saisonale und lastbedingte Effekte zu glätten.
  3. 33. Trennen Sie fixe und variable Kosten und dokumentieren Sie die jeweilige Allokationsregel.
  4. 44. Ordnen Sie jede Kostenposition nur einem Kostenblock zu; Doppelzählungen bei Polymer, Schlammhandling oder gemeinsamen Medien vermeiden.
  5. 55. Normieren Sie auf Kubikmeter und bei Bedarf zusätzlich auf kg Trockensubstanz oder kg abgebauten Stoff.
  6. 66. Vergleichen Sie mit verfahrensspezifischen Bereichen, nicht mit Anlagen anderer Art.
  7. 77. Priorisieren Sie die drei größten Kostentreiber nach Betrag und Beeinflussbarkeit und wählen Sie Maßnahmen mit kurzer Amortisation.
  8. 88. Rechnen Sie nach jeder Änderung erneut, um sicherzustellen, dass sich der Benchmark aus dem richtigen Grund verbessert hat.
Soll OPEX je Kubikmeter oder je Fracht benchmarked werden?+

Wenn möglich beides. Kubikmeter eignen sich für das Management-Reporting, belastungsbezogene Kennzahlen wie kg Trockensubstanz oder kg abgebauter Stoff erklären hingegen, warum ein Zeitraum teuer wirkt, obwohl der Durchsatz gleich blieb.

Warum ist die Schlammentsorgung oft der größte Hebel?+

Weil die Kosten von Kuchen-Trockensubstanz, Transportgewicht und Entsorgungsweg abhängen. Kleine Verbesserungen bei der Entwässerung senken Masse und Volumen gleichzeitig.

Was ist der schnellste Weg zu einem besseren Benchmark?+

Beginnen Sie mit dem höchsten variablen Kostenblock. In vielen Anlagen sind das Polymeroptimierung, bessere Polymeraufbereitung, geringere Spülverluste oder ein höherer Feststoffrückhalt vor der Entsorgung.

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