Tertiärfiltration
Tertiärstufe mit Tuchfiltration
Die Tertiärstufe ist die Feinreinigung, die die feinen Feststoffe entfernt, die eine Nachklärung zurücklässt. Hier wird aus einem mittelmäßigen Ablauf einer, der einen scharfen Grenzwert einhält, ein Gewässer schützt oder wiederverwendbar wird.
Die Tuchfiltration (pile cloth media filtration) hat sich für diese Stufe als Referenztechnik etabliert. Das Wasser durchströmt ein rotierendes, tuchbespanntes Scheibenpaket von außen nach innen; die Feststoffe werden im Polstoff des Tuchs zurückgehalten und durch periodische Vakuumrückspülung entfernt. Das Ergebnis ist ein kompakter Filter mit geringem Druckverlust, der sich weit einfacher in ein bestehendes Becken einbauen lässt als ein Sandfilter.

Kurz erklärt
Die Tertiärstufe ist eine abschließende Feinreinigung nach der biologischen Behandlung, die restliche Schwebstoffe und partikelgebundenen Phosphor entfernt — meist um einen scharfen Grenzwert oder eine Wasserwiederverwendung zu ermöglichen.
Diese Herausforderungen löst es
Scharfe TSS- und Phosphorgrenzwerte einhalten
Einleitgrenzwerte verlangen zunehmend einstellige TSS-Werte und niedrigen Gesamtphosphor. Ein Großteil des Restphosphors ist an feine Partikel gebunden — ein Filtrationsschritt, der diese Partikel abscheidet, ist der direkteste Weg zur Einhaltung.
Kein Platz für Neubau
Die meisten Anlagen müssen den neuen Grenzwert auf der bestehenden Fläche erreichen. Ein Nachrüstfilter, der in eine vorhandene Nachklärung oder ein Gerinne passt, spart Kosten und Genehmigung eines neuen Betonbauwerks.
Wasserwiederverwendung ermöglichen
Bewässerung und industrielle Wiederverwendung brauchen einen gleichmäßig sauberen, trübungsarmen Ablauf. Eine zuverlässige Tertiärfiltration ist der Schritt, der den Business Case für Reuse belastbar macht.
Eingesetzte Technologien
Tuchfilter-Scheibenfilter
Die Kerntechnik der Feinreinigung: tuchbespannte Scheiben im Becken, Durchströmung von außen nach innen, Vakuumrückspülung. Geringer Druckverlust, kleine Grundfläche und eine Filtratqualität, die über Lastschwankungen stabil bleibt.
Zur AnlageVertikale Bauform
Die Standardanordnung, wenn die Grundfläche knapp ist — die meiste Filterfläche je Quadratmeter und die natürliche Wahl für Nachrüstungen in bestehende Nachklärbecken.
Zur AnlageHorizontale Bauform
Für Standorte mit begrenzter lichter Höhe oder Einbau in ein flaches, bestehendes Gerinne. Gleiches Tuch, gleiche Ablaufqualität — die Wahl ergibt sich rein aus der Geometrie.
Zur AnlageWas erreichbar ist
Die folgenden Werte sind typische Auslegungsspannen für kommunale und industrielle Feinreinigung. Die tatsächliche Leistung hängt von der Vorbehandlung, der Korngrößenverteilung und der Chemikaliendosierung ab und wird im Pilotversuch bestätigt.
| Parameter | Typische Spanne |
|---|---|
| Ablauf-TSS | bis ~5 mg/l |
| Gesamtphosphor (mit Fällung) | bis ~0,1–0,3 mg/l |
| Hydraulische Belastung je Scheibe | bis ~50 m³/h |
| Filterfläche je Scheibe | bis ~5 m² |
| Rückspülwasser | typisch ~1–2 % des Durchsatzes |
Wie wir auslegen
Die Auslegung eines Tertiärfilters richtet sich nach Hydraulik und Feststofffracht, nicht allein nach dem Nenndurchfluss. Die wichtigsten Eingangsgrößen sind:
Wichtige Auslegungsgrößen
- Mittlerer und Spitzendurchfluss
- Zulauf-TSS-Konzentration und deren Schwankung
- Ziel-TSS und Phosphorgrenzwert im Ablauf
- Ob eine Phosphatfällung vorgeschaltet wird
- Verfügbare Beckengeometrie für die Nachrüstung
Erst mieten oder pilotieren
Vor der festen Installation lässt sich mit einer Pilot- oder Mietanlage die Filtratqualität und die Rückspülrate am eigenen Wasser bestätigen. Das ist der zuverlässigste Weg, Auslegung und Investition abzusichern.
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Häufige Fragen
Wie schneidet die Tuchfiltration gegenüber der Sandfiltration ab?
Sie erreicht vergleichbare Ablaufqualität bei deutlich geringerem Druckverlust, kleinerer Grundfläche und viel weniger Rückspülwasser — deshalb ist sie heute die bevorzugte Nachrüsttechnik.
Entfernt sie Phosphor allein?
Den partikelgebundenen Anteil direkt. Für sehr niedrigen Gesamtphosphor überführt eine vorgeschaltete Fällung gelösten Phosphor in filtrierbare Partikel, die das Tuch dann zurückhält.
Passt sie in eine bestehende Nachklärung?
Ja — das ist einer der Hauptvorteile. Besonders die vertikale Bauform ist für den Einbau in bestehende Betonbauwerke ohne Neubau ausgelegt.
Welche Ablaufqualität ist für Reuse verlässlich?
Ein gleichmäßig niedriger TSS- und Trübungswert als Basis für Bewässerung und industrielle Wiederverwendung. Die genauen Werte werden im Pilotversuch am eigenen Wasser bestätigt.
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